In diesem Blog wollen Wir euch von unseren Reisen erzählen. Was wir erlebt und gesehen haben und welche kleinen Geschichten unsere Urlaube unvergesslich machten.
Unsere Namen sind Matze und Kai, wir sind 27 und 35 Jahre alt, leben in Niedersachsen und sind seit 6 Jahren ein Paar. Wir leben in einer Eigentumswohnung in einem Peiner Vorort und reisen wahnsinnig gerne. Von Beruf sind wir Krankenpfleger auf einer Intensivstation und Arbeiter in der Industrie und somit beide im 3 Schichtsystem tätig. Umso mehr wissen wir unseren Urlaub zu schätzen, nicht das ihn Arbeitnehmer anderer Berufsgruppen weniger zu schätzen wissen. 😉 Die Idee diesen Blog zu erstellen kam uns das erste mal vor 4 Jahren, als wir zusammen auf den Kanarischen Inseln waren. Zu dem Zeitpunkt war es vorerst noch ein Hirngespinst welches mit den Jahren mehr und mehr Form annahm. Wir fingen aber schon mit dem schreiben von Reisetagebüchern an. Alle Bilder die wir hier zeigen sind ausschließlich von uns oder unseren Begleitern fotografiert, die Rechte zur Verwendung dieser Bilder liegen ausschließlich bei uns und/oder dem Fotografen.
Sonnenuntergang in Sharm El Sheikh 2018
In diesem Blog wollen wir Euch von unseren Erfahrungen, Eindrücken, Erlebnissen und von unseren Unterkünften berichten. Die Idee dabei ist, es wie ein Reisetagebuch zu gestalten und von jedem unserer Urlaubstage im einzelnen zu erzählen. Meistens sind wir mit 2 unserer besten Freunde unterwegs, deren Namen wir vielleicht später noch nennen. Der erste Urlaub, von dem wir hier berichten werden, wird der auf der griechischen Insel Kos sein. Also schnappt euch einen Kaffee und genießt die Show!
Auf nach Nisyros! Es ist 06:00 Uhr als ich die Augen auf machte. Kai wuselte schon durchs Zimmer und packte den Rucksack und auf dem Balkon konnte ich hektisches Gemurmel hören. Eindeutig Bianca! Sie wird wahrscheinlich wieder seit 04:30 Uhr wach gewesen sein. Ich ging wie ferngesteuert nach draußen und schaute auf’s Meer. Das ist für mich immer einer der besonderen Momente im Urlaub und diese sollte man zu schätzen wissen. Wenn einem das Lied der See direkt in’s Ohr flüstert und man mit einem frischen Kaffee den Tag beginnen darf. Da klopfte es auch schon an der Tür und Bianca und Yvonne standen davor. Kai und ich zogen die Schuhe an und wir gingen zusammen zum Hauptrestaurant und holten unsere Lunchpakete. (Die hatten wir beim Abendessen bestellt.) Am Haupteingang des Hotels angekommen warteten wir dort auf den Bus der uns abholen sollte. Die Abholung mit dem Bus verlief problemlos und wir trafen pünktlich um 08:00 Uhr auf unseren Reiseführer Georgus. Die Sonne schien und es war ziemlich kühl, ich bereute es, nichts langärmeliges mitgenommen zu haben. Die Überfahrt nach Nisyros würde ca. eine Stunde dauern. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen im Schatten und entschieden uns dazu nach oben zu gehen. Wir hatten eine tolle Aussicht. Das Schiff nahm Fahrt auf und wir verließen den Hafen.
Wir lehnten uns zurück und genossen die Überfahrt, während sich die anderen hektisch und aufgeregt über den bevorstehenden Ausflug unterhielten. Unter anderem ein Glatzköpfiger Witzbold, der meinte alle in seinem Umkreis in sein Gespräch mit zu involvieren. Da war er bei mir ja genau richtig. Ich signalisierte ihm, dass sein lautes Gelaber störte und er schien zu verstehen. Er ging an die Reling und machte sich eine Zigarette an. Als er aufgeraucht hatte nahm er die Zigarette waagerecht zwischen Daumen und Mittelfinger und schnippste sie ins Meer. Jetzt stand für mich fest, den kann ich nicht leiden. Gott sei Dank hatte das Bianca nicht mitbekommen. Aufgrund ihrer Erzieherausbildung hätte es wahrscheinlich einen Vortrag über Normen und Werte gegeben der sich gewaschen hätte. Ich hatte auch die Befürchtung, dass Bianca ihn soweit bekommen hätte, dass er einfach hinter her springt und den „Stummel“ wieder raus holt. Ich musste schmunzeln, denn wenn mein Kopfkino erstmal warm läuft, dann lässt es sich durch fast nichts aufhalten.
kurz vor der Ankunft auf Nisyros
Das Schiff legte pünktlich im Hafen an und wir wurden aufgefordert an Land zu gehen um nach unserem Bus, der uns hoch zum Vulkan bringt, Ausschau zu halten. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten suchten wir nach unserem Bus. Innerlich betete ich, dass es kein umgebauter Sprinter mit Klappstühlen war. Als ich auf den Berg hinauf sah den wir gleich mit dem Gefährt erklimmen wollen wird mir übel. Straßen waren keine zu sehen und es ging wirklich ziemlich weit hoch. Bei Busfahrten auf solchen Wegen ist mit mir nichts mehr anzufangen. Ich fange sofort an zu schwitzen und bekomme Puls und Blutdruck. Es müssen auch nicht zwangsweise Busse sein, auch bei Autofahrten auf solchen Wegen geht mir der Stift. Kai sah mich, wie ich den Berg anstarre und klopft mir von hinten auf die Schulter. „Komm mein Engelchen, der Bus wartet.“ Ich fing mich wieder und dann sah ich den Bus. Es war ein voll ausgestatteter Reisebus. Uns allen war es ein Rätsel wie der da hochkommen soll. Ich wurde immer ruhiger und wusste nicht wohin mit meinen Händen. Ich musste noch eine Rauchen. Die drei hatten sich schon rein gesetzt und ich stand mit Georgus draußen. Ein wirklich sehr netter, älterer Herr der dialektfrei deutsch sprach. Ich setzte mich rein und wartete auf mein Ende.
An der ersten Steigung angekommen schloss ich einfach die Augen. Ich hörte wie der Busmotor aufjaulte und wir immer langsamer wurden. Ich verkrampfte meine Hände immer mehr, Kai fragte mich ob es mir möglich wäre ihm vlt. nicht den Oberschenkel zu brechen. Für solche Witze hatte ich im Moment keine Zeit, doch ich lockerte trotzdem meinen Griff und versuchte mich zusammenzureißen. Ich öffnete meine Augen und schaute durch den Gang nach vorne. Die Straße vor mir war maximal 4 Meter breit und zweispurig. Wenn uns jetzt ein Bus entgegenkommt, dann war es das! Während unserer Fahrt zum Vulkankrater schnatterte Georgus fröhlich durch sein Mikrofon interessante Fakten über die Insel und den Vulkan. Bei der hälfte des Weges machten wir einen kleinen Halt an einer Stelle von der aus man einen wunderschönen Blick auf den Vulkan hat. Schnell ein Foto und weiter gings.
Als wir wieder alle im Bus saßen ging es wieder bergab in Richtung Krater. Jetzt war ich schon etwas entspannter, da es direkt neben uns nicht mehr so tief runter ging. Georgus erzählte uns, dass nach griechischer Mythologie der Meeresgott Poseidon während der Gigantomachie die Insel Nisyros aus dem Meer hob und sie auf den Giganten Polybotes warf. Dort liegt er bis heute vergraben und man kann ihn manchmal noch schreien und toben hören. Die Insel wird am Tag von bis zu 300 Erdbeben erschüttert. Der Großteil davon ist jedoch nicht spürbar. Der Bus rollte durch den schneeweißen Staub auf einen Parkplatz und wir stiegen aus. Mittlerweile mussten es 35°C gewesen sein. Ein beißend stechender Geruch stieg uns in die Nasen und wir wussten, das muss vom Schwefel kommen. Bevor wir uns auf den Weg runter in den eigentlich Krater machen konnten, gab es noch eine Sicherheitseinweisung. Bianca war anderweitig beschäftigt. Hoffentlich lag sie nicht schon wieder irgendwo auf dem Bauch. Ich sah mich um und hörte Bianca eine Katze anquietschen: „Hallo! Na wer bist denn du? Kann man dich streicheln?“. Die Katze guckte komisch, stand auf und entfernte sich. Ich schnappte Bianca und nahm sie mit zur Einweisung. Sie hatte gerade Luft geholt und wollte protestieren. Ich kam ihr aber zuvor: „Sicherheitseinweisung, du weißt wieso.“. Das nahm sie stillschweigend und grinsend hin. Und auf ging es:
Es war brütend heiß, von oben brannte die Sonne und von unten Polybotes und wenn man in der Nähe der vielen kleinen Löcher stand konnt man unten die Lava wie kochenden Schlamm gluckern hören. Überall dampfte und zischte es und der Schwefel zog seine gelb-glitzernden Straßen durch’s Gestein.
Die Fahrt zurück in das Fischerdorf war für mich wesentlich entspannter, was aber nicht hieß, dass ich nicht trotzdem schiss wie Sau hatte. Man hatte einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Küste.
Es geht Richtung Mittag und der Magen beginnt zu knurren. Georgus teilte uns die restlichen Tagesziele mit und da kam das Mittagessen nicht an erster Stelle. Als Biancas Laune zu kippen drohte hielt ihr Yvonne die prall gefüllten Lunchpakete hin. Unsere Yvonne hat einfach ein perfektes Timing, denn wir alle hatten bereits einen ordentlichen Appetit und fielen über die geschmierten Brote her. Es waren Käsesandwiches, ein paar Kekse und ein Apfel für jeden. Das kleine Problem daran war, dass Bianca keinen Käse mochte und ich keine Oliven (das war auf jedem der Brote natürlich massenhaft drauf). Da wir ja wissen, was passiert wenn man Biancas essen irgendwas nicht stimmt, zählte nun jede Sekunde. Wir hielten Ausschau nach einer Eisdiele und wurden auch schnell fündig. Puh, noch mal gut gegangen. Es war zwar mittlerweile etwas kühler, aber es war immernoch unnormal heiß. Wir fragten unseren Georgus wann wir denn mal eine Pause im Schatten machen könnten. Er sagte mir, warte ab, gleich schwitzt ihr nicht mehr. Wir gingen also weiter die Promenade in der prallen Sonne entlang und kamen nun ins Dorf hinein.
Diese typischen kleinen engen Gassen mit den blau weißen Häusern zu betreten war, als würde man durch eine Luftdusche gehen. Eben steht man noch bei 35°C im eigenen Saft und plötzlich angenehm kühle 25°C und eine leichte Brise. Georgus erkärte uns, dass das an der Bauweise des Dorfes liegt und das das typisch ist für griechische Dörfer. Einige Zeit später kamen wir am Rathaus Platz vorbei, der kunstvoll mit vielen kleinen Steinchen in die Erde gelassen war.
Als wir nach einer 15 minütigen Wanderung an einem großen schattigen Platz ankamen wussten wir, dass wir hier bleiben wollen. Der Platz war umringt von verschiedenen Lokalen und im Zentrum stand ein riesiger uralter Olivenbaum. Wir dachten uns, das muss das wirkliche traditionelle Griechenland sein und Georgus bestätigte dies uns sagte, dass dies ein absoluter Geheimtipp sei. In der Tat war die Touristendichte hier erheblich niedriger als noch auf dem Vulkan. Bis auf unsere Gruppe war niemand zu sehen. Wir suchten uns ein Lokal aus und setzten uns rein.
Ordentlich gestärkt ging es weiter. Wir schauten uns noch die Orthodoxe Kirche und die Johanniterburg an. Ich bin ja, was Ritterorden angeht etwas vorgeschädigt und hatte etwas Nachholbedarf. Meine Kollegen mit denen ich den Ausbildungskurs gemacht habe, wissen was ich meine. Wir kletterten also die gefühlt 10.000 Stufen zur Burg hinauf und ließen noch einmal eine umwerfende Aussicht auf uns wirken. Dabei entstand das Bild welches für mich eigentlich diesen Urlaub am besten beschreibt. Es handelt sich um das Titelbild für unsere Kos-Reise und wurde von Bianca gemacht. Jedes Mal wenn ich dieses Bild sehe bekomme ich sofort Flashbacks und bin wieder bei 30°C auf der Spitze der Burg und schaue über die Ägäis.
In der Abenddämmerung kamen wir in unserem Hotel wieder an, schlüpften nochmal schnell in unsere Badehosen und sprangen zum abkühlen in den Pool. Wir ließen den Tag entspannt ausklingen. Zum Abendbrot gingen wir gegen 20:00 Uhr und saßen noch bis spät in die Nacht in dern Bar und ließen uns den Tag noch einmal durch den Kopf gehen. Es war mal wieder ein perfekter Tag.
Ihr wollt keinen Beitrag mehr verpassen? Registriert Euch völlig kostenfrei für unseren Newsletter und erfahrt als erste wenn es etwas neues gibt.
In diesem Beitrag werde ich etwas mehr auf die Hotelanlage eingehen. Wie sieht es hier aus, was kann man hier alles machen und wie ist sie aufgebaut. Natürlich spielen auch unsere kleinen Geschichten des Tages eine Rolle. Für heute haben wir beschlossen, das Hotel nicht zu verlassen. Als wir mit dem Frühstücken fertig waren, ging es als erstes zum Strand. Unsere Zimmer waren nahe des Hauptgebäudes. Um also zum Strand zu kommen, spazierten wir durch die komplette Hotelanlage. Wenn wir bummelten dauerte dies ca. 10 Minuten und mit bummeln meine ich alle 10 Meter stehen zu bleiben um ein Foto zu machen. Wenn man durchläuft braucht man nur ca. 5 Minuten und man steht mit den Füßen im Wasser. Auf dem Weg zu den Strandliegen kamen wir an einem künstlich angelegten Wasserfall vorbei, der die Poolanlagen mit Wasser versorgte. Das ganze funktioniert mit dem, ich nenne es mal „Überlaufprinzip“. Die Pools sind auf verschiedenen Höhenebenen und wenn der Wasserfall den oberen Pool aufgefüllt hat, läuft das überschüssige Wasser direkt in den nächsten und so weiter. Bis dann am Ende auch der letzte Pool (direkt am Strand) sein „Wasser von oben“ bekommt. Es ist so zu sagen ein Überdimensionales Wasserspiel.
Künslticher Wasserfall, der die Poolanlagen mit Wasser versorgt.
Über eine kleine Holzbrücke ging es zur anderen Seite des „Flusses“, Wir gingen ein paar Steintreppen hinunter und kamen dann am ersten Pool vorbei. Dort befanden sich die 4 kleinen „Snackbars“ von denen wir bereits an Tag 2 berichtet hatten. Es waren 2 auf jeder Seite der Poolanlage direkt nebeneinander. Man hatte die Auswahl aus 4 Essensvarianten. Nummer eins war der Pita Corner, direkt gegenüber war eine Smoothiebar, rechts neben der Smoothiebar befand sich die Crêperie und ihr gegenüber konnte man sich frisches Sushi bestellen. In der Mitte war ein Pool in dessen Mitte sich eine Poolbar befand. Die erreichte man über jeweils eine kleine Holzbrücke an den Seiten. Wir haben beschlossen, dass wir das Mittagessen im großen Restaurant heute wieder ausfallen lassen würden um in diesen kleinen Imbissen einzukehren. In demokratischer Abstimmung fiel unsere heutige Wahl auf Burger. Aber dazu später mehr. Wir gingen weitere Treppen hinunter und kamen zur zweiten Ebene des Pools. Hier waren die Liegen für diejenigen aufgebaut denen das Meer zu kalt war, oder die aus unerfindlichen Gründen sonst nicht in’s Meer wollen.
unterste Poolebene an den alla Carte Restaurants
An badenden Gästen vorbei gehen wir also an der untersten und letzten Poolebene vorbei. Dort befanden sich die 3 alla Carte Restaurants. Dort hat man die Wahl aus typisch griechischen, italienischen und mexikanischen Gerichten. Man muss allerdings im vorraus einen Tisch reservieren, aber ich kann euch sagen, es lohnt sich. Als wir dann am Strand angekommen waren, suchten wir uns 4 Liegen und wurden auch schnell fündig, wir liegen gerne immer etwas weiter hinten, dort sind nicht so viele Familien mit Kindern. Zumindest haben wir das spekuliert. Es dauerte keine 5 Minuten da kam auch schon ein Kellner und fragte uns was wir trinken möchten. Standesgemäß und pflichtbewusst wie wir nun einmal waren kamen 2 Mojito, ein Tequila Sunrise und eine Pina Colada. Wir entschlossen uns dazu gleich mal in’s Wasser zu springen. Ich nahm meine Schnorchelausrüstung mit um die Unterwasserwelt etwas näher zu erkunden. Bewaffnet mit Schnorchel, Brille und Flossen ging es Richtung Meer. Bianca und Kai haben sich für’s schwimmen entschieden und Yvonne und ich tauchten ab. Wir standen bis zum Bauchnabel bereits im immernoch sehr kaltem Wasser. Ich ging in die Knie und sprang mit einem Satz ins kühle nass. Tausend kleine Nadelstiche bohrten sich in mein Gesicht und in meine Kopfhaut. Ich schaute zurück zu Yvonne, da sie mir signalisierte, dass bei ihr alles gut war. Ich ignorierte meine thermische Akkupunktur und wir begannen die Gegend zu erkunden. Jede Bewegung die mich schneller werden ließ, ließ auch den schmerz stärker werden, als würde ich einen dicken Eisblock vor meiner Stirn durch’s Wasser schieben. Unter der Wassoberfläche zeigte sich eine riesen Felsformation mit bunt schillernden Fischen. Doch ich hatte im Moment leider nicht die Möglichkeit das genießen zu können. Ich zeigte Yvonne an, dass ich raus muss. Sie nickte mir zu und kam mir nach. Als wir zurück in Richtung Strand kamen, war es mir möglich zu stehen, doch mit Flossen ist das erstmal nicht so einfach. Es kam wie es kommen musste. Beim Ausziehen der Flossen verlor ich den Halt und schlug lang hin, jetzt war mein Gesicht wieder im eiskalten Wasser. Das gab mir den Rest und ich bekam Hirnfrost. Als sich dann alle über mich fertig amüsiert und ich ohne Flossen endlich halt gefunden hatte, rettete ich mich an den sicheren und von der Sonne erwärmten Strand. Als wir an unseren Liegen ankamen, saßen da schon Bianca und Kai mit den Cocktails in der Hand und grinsten mich blöd an. „Sah gut aus!“- kam es von Kai. Ich nahm dies wortlos hin, schnappte mir meine Colada und lag nippend in der Sonne. Während ich darauf wartete, dass ich meine Mimik wieder bekam, planten die anderen derweil unsere Ausflüge, die vlt. für uns in Frage kämen. Nach einem kurzen Gedankenaustausch entschlossen wir uns dazu, dass wir uns die Insel Nissyros und die Heilstätten des Hippokrates mit anschließnender Inselrundfahrt antun wollten. Das klang alles ganz vielversprechend in den Flyern und war preislich erschwinglich. Als das geklärt war, schnappte ich mir ein Buch und fing zu lesen an. Es dauerte nicht lang da vernahm ich eine der Animateusen die lautstark über den Strand „AquaGym!“ flötete. Darauf hatte ich nun am wenigsten Lust, schließlich wollte ich mich ja noch von den Strapazen des schnorchelns erholen. Natürlich kam sie auch an unsere Strandliegen und fragte uns ob wir nicht mit machen wollten. Ich lehnte freundlich ab, da kam sie mir mit „Etwas AquaGym würde Dir aber auch mal ganz gut tun.“. Sie hatte mich eben nicht wirklich fett genannt, oder? Ich sagte ihr erneut, dass wir keine Lust hätten. Die anderen drei hatten das nicht mitbekommen, Bianca hatte ihre Kopfhörer im Ohr, Yvonne machte irgendein Zahlen Rätsel bei dem sie scheinbar unwillkürlich irgendwelche Zahlen mit irgendwelchen Farben ausmalen musste welche dann am Ende ein Bild ergaben und Kai pennte. Natürlich hatte Bianca genau in dem Moment die Kopfhörer abgelegt und fragte was los sei. Ich erzählte ihr was eben passiert ist, auch dass sie mich fett nannte. Bianca sagte nur: „Na wenn sie das sagt!“. Sie stand auf und stellte sich Auffordernd und mit verschränkten Armen vor mich. Ich fand mich bis zur Brust im Wasser stehend und zu wumemmernde Party-Musik zappelnd zwischen alten Damen und Bianca und Yvonne wieder. Ich stand da und konnte nur mit dem Kopf schütteln und die freundliche Dame des Animationsteams grinste mich blöde an. Kai schaute sich das Spektakel vom Beckenrand aus an und hielt die Kamera drauf. Es folgte ein 30-Minuten-Drill mit peppiger Popmusik. Das Wasser spritzte mir kontinuierlich in’s Gesicht und ich hatte das Bedürfnis der Seniorin hinter mir die frische Dauerwelle unter Wasser zu drücken. Ständig hatte ich ihre Hand auf meinen Schultern oder sie schlug mir im Eifer des Gefechtes an den Kopf. Ich kochte innerlich. Jetzt hatte ich mir aber sowas von meinen Cocktail verdient!
Zur Mittagszeit gingen wir hoch zum Burgerimbiss. Das Thermometer stand mittlerweile bei um die 30°C bei strahlend blauem Himmel. Wir setzten uns auf die Korbstühle. Ich bestellte mir ein Wasser, weil die Sprite aus den Gläser immernoch irgendwie muffig schmeckte. bei Wasser war es allerdings in Ordnung. Als unsere Burger dann vor uns standen griffen wir beherzt zu und bissen hinein. Ich blickte in die Runde und sah, wie Biancas‘ Gesicht versteifte und ich musste grinsen. War das die kleine Strafe dafür, dass sie mich zu AquaGym überredet hatte? Sie fragte uns was das für ein Sche!ß sein sollte. Man muss dazu sagen, dass sie beim Burger essen etwas spezieller ist, als die anderen. Liegt nämlich die Gurke und das Salatblatt schief drauf, bekommt sie einen hochroten Kopf und hebt ab. Bei Diesem war das Problem, dass er ihr zu trocken ist, zu wenig Soße, zu viel Brötchen. Sie schnappte sich ihren Teller, stand wutentbrannt auf und suchte sich einen Kellner. „Oh je“- dachte ich, der arme kann sich gleich was anhören. Wir gingen in Deckung und Bianca selbstbewusst zu der Bedienung. Was mich an dieser Situation erstaunte war, dass sie ihm in ziemlich gutem Englisch sagte, dass sie unbedingt noch weitere Soße bräuchte sonst könne er den Burger gleich wieder haben. Sonst ist sie eher etwas ungeschickter in ihren englischen Formulierungen. Aber wichtig ist ja, dass man sie vertseht und der Kellner verstand und brachte ihr unverzüglich Ketchup an den Tisch und noch 2 andere Dips die im übrigen sehr lecker waren. (Leider kann ich mich nicht mehr erinnern um welche Dips es sich handelte.) Bianca beruhigte sich wieder und wir aßen in aller seelenruhe unser Mittagessen, ohne weitere Zwischenfälle auf. Auf dem Weg zum Strand nahmen wir uns noch ein Eis mit auf die Faust. Die Auswahl war beachtlich. Normale Sorten wir Schoko, Erdbeer oder Vanille suchte man hier vergeblich. Es gab Sorten wie Coconut-Cookie-Crumble oder Mousse au Chocolat (von einer berühmten Eisfirma mit dem Vogel). Also alles, in wahrstem Sinne des Wortes, erste Sahne!
Gut gesättigt und mit einer gewissen Bettschwere fielen wir auf unsere Liegen und machten ein Verdauungsschläfchen. Von weiter ferne vernahm ich Geräusche, die von Atemzug zu Atemzug immer lauter wurden. Es hörte sich an, als würde jemand hinter einem dicken Vorhang ein Gespräch führen und lachen. Es wurde lauter und lauter. Ich riss die Augen auf und bemerkte eine ziemlich dünne Französin mit Stohhut die von ihrer Liege aus mit ihrem Kind am Wasser sprach. Die Liege war 4 Plätze neben unserer und wir lagen, wie bereits erwähnt relativ weit hinten. Ich stafte sie mit einem meiner bösesten Blicke doch sie sah nicht zu mir, denn sie war noch immer damit beschäftigt ihrem Kind am Wasser etwas auf französisch zuzubrüllen und das Kind schrie einfach zurück. Nun wurde auch Bianca davon geweckt und innerlich freut ich mich schon auf das Donnerwetter das von unserer ausgebildeten Erzieherin zu erwarten ist. Doch nichts, sie sagte nur zu mir:“Muss denn sowas sein?“. Als ob ich was dafür konnte. Ich hob die Augenbrauen und sie merkte, was sie gesagt und wie sie es gesagt hatte. Bianca hatte bemerkt, dass auch ich innerlich schon kochte und der krach keineswegs von mir kam. Jetzt machte sie krach. Bianca fing schallend an zu lachen und weckte damit Kai und Yvonne, die nun überhaupt nicht wussten was los war. Kai guckte wie ein aufgescheutes Eichhörnchen und bei Yvonne war die Faserung des Handtuches auf dem Gesicht zu erkennen. Nun musste auch ich lachen und diese unsensible Mutter, die quer über den Strand gebrüllt hatte, schaute uns komisch an. Ich fragte, ob jemand auch noch was trinken wollte. Alle bejahten und ich holte uns vier Latte Macchiato. So verbrachten wir den Nachmittag mit lesen, schwimmen und Witze machen. Als es in Richtung abend ging, wurde es Zeit zu besprechen, was wir heute abend machen wollten. Wir entschlossen uns dazu normal zu Abend zu essen und uns dann mit Spielkarten in die Bar direkt im Hauptgebäude zu setzen. Wir entdeckten auf der Karte unser zukünftiges Lieblingsgetränk -Caipirosca. Morgen geht es also zu den Heilstätten des Hippokrates, das hieß früh aufstehen. Ich kotzte innerlich, freute mich aber auch schon auf den Geschichtsunterricht. Wir tranken aus, gingen leicht beschwippst in unsere Zimmer und schliefen ein.
Bald geht es weiter!
Ihr wollt keine Beiträge mehr verpassen? Meldet euch gleich für unseren Newsletter an und erfahrt als erste wenn es etwas neues gibt.
Der nächste Tag begrüßte uns mit viel Sonnenschein und keinem Wind. Yvonne und Bianca holten uns zum Frühstück ab, wir baten sie herein und sie setzten sich auf’s Bett. Bianca war so wie wir sie kennen, sie brabbelte und brabbelte in einer Tonhöhe bei der man Angst haben musste, dass die Fledermäuse gegen unsere Balkontür fliegen. Gott sei Dank war es morgens und die kleinen Tiere schliefen hoffentlich tief und fest. Ich schloss vorsichtshalber die Balkontür- man weiß ja nie. Was Bianca an Worten verbrauchte, machte mein Schweigen mehr als wett. Ich rede nicht so gern, so viel mitten in der Nacht. Es war 08:15 Uhr. Bianca ist eine richtige Frohnatur, deren lachen ansteckend, ehrlich und vor allem schallend ist. Nachdem ich ihr einen ernsten Blick alla „jetzt quatsch doch nicht so viel“ schenkte, fiel ihr wieder ein, dass man mich ja durchaus als einen Morgenmuffel bezeichnen könnte. Das war ihr erster Super GAU an diesem Tag, sie fing schallend an zu lachen und entschuldigte sich. Ich schüttelte nur den Kopf und mit jedem lachen mehr, fingen Yvonne Kai und ich an mitzulachen. Die Stimmung stieg, auch meine. Es endete damit, dass wir uns die Bäuche (jeder seinen eigenen 😀 ) hielten. So kann ein Tag doch beginnen und wir gingen zum Frühstück. Die Sonne strahlte mit uns um die Wette, wir frühstückten und gackerten weiter rum. Nach dem Frühstück gingen wir zurück auf unser Zimmer und machten uns strandfertig. Mit Handtüchern, einem Buch und ordentlich Sonnencreme machten wir uns mit unseren nordeuropäischen Körpern auf den Weg zum Wasser. Es passierte nicht wirklich viel am Strand, das übliche eben, Wasser- entspannen- Wasser- entspannen und so weiter. Weit und breit waren nur eine handvoll Gäste zu sehen. Wir fragten jemanden vom Animationsteam warum denn hier so wenig los sei. Zur Antwort bekamen wir:“ Das Hotel hat erst wieder seit 3 Tagen geöffnet und wir wären einer der ersten Gäste in dieser Saison.“. Das beeindruckte uns irgendwie, die Hotelanlage war ziemlich groß- wie ein kleines Dorf. Wenn abends beim essen die Gäste zusammenkamen verlief es sich auch dann, nur war uns das noch nicht aufgefallen. Jetzt wo man so darüber nachdenkt war es natürlich alles logisch. Es war Ende April, in Griechenland wird es im Winter auch kalt. Manchmal ist man einfach etwas zu naiv.
Das kristallklare kühle Wasser lädt zum reinspringen ein
Wir bestellten uns etwas zu trinken, es ging schließlich stramm auf die Mittagszeit zu, und machten uns einen Plan für den heutigen Nachmittag. Kai und Bianca hatten die großartige Idee etwas spazieren zu gehen um die Gegend etwas mehr zu erkunden. Yvonne und ich blickten uns unwillkürlich an, Bianca sah dies und fing wieder mit dem lachen an. „Ich merk schon, ihr habt da richtig bock drauf!“ sagte Bianca. Yvonne und ich grinsten, viel lieber würden wir hier am Strand bleiben und auf der faulen Haut liegen, aber man will ja auch etwas erleben. Zumal sich hinter unserem Hotel ein riesen Berg auftürmte und über die Insel blickte. Wir konnten vom Strand eine kleine blau-weiße Kapelle am Fuße des Berges sehen. Kai deutete auf sie (Ich konnte ein kleines teuflisches Grinsen auf seinem Gesicht erspähen, er stritt dies jedoch ab als ich ihn direkt darauf ansprach.) Also war das geklärt, das reichte den beiden jedoch nicht. Denn am Ende des Hotelstrandes gab es einen kleinen Weg, der direkt am Meer in den Nachbarort führte. Bianca und Kai schauten sich in die Augen und diesmal konnte man ein geradezu diabolisches Gesicht bei beiden entdecken. Wir entschloßen uns für das heutige Mittagessen nicht in das Hauptrestaurant zu gehen. Bianca und Kai waren für die Burgerbude (Bude ist nicht ganz treffend, da es sich tatsächlich um ein kleines Restaurant handelte). Yvonne und ich wollten lieber eine Pita essen. Da bereits die Wandertour auf das Konto von Kai und Bianca gingen konnten Yvonne und ich uns dieses mal durchsetzen.
Wir setzten uns rein und bestellten für jeden eine Pita mit Pommes und ordentlich Tzatziki. Es roch traumhaft, eine Mischung aus Fleisch, Pommesfett, Knoblauch, Meer und Sonnencreme. Wer diesen Geruch schon einmal wahrgenommen hat weiß, dass so Urlaub riecht. Wir waren mittlerweile überaus hungrig und konnten es kaum erwarten, diese griechischen Köstlichkeiten zu verhaften. Als erstes kamen die Fritten, wir griffen zu und steckten uns jeder 2-3 Pommes in den Mund. Sie schmeckten seltsam, ein bisschen wie frisch aufgetaut und unfrittiert auf den Teller geklatscht. Wir übergingen also die Pommes und warteten doch lieber auf unsere Pita. Unsere Getränke kamen, Yvonne hatte eine Cola, ich eine Sprite und Kai und Bianca ein Radler bestellt. Ich setzte das eiskalte Glas an meine Lippen und trank, auch hier war irgendetwas komisch, irgendwie schmeckte die Sprite wie abgestandes Staubwasser in das man eine Zitrone gelegt hatte- komisch, dachte ich. Auch das Gesicht von Yvonne veränderte sich. Ich fragte sie, ob irgendwas mit dem trinken nicht in Ordnung wäre und auch sie bemerkte, dass es komsich schmeckt. Ok, vielleicht waren ja auch einfach nur die Gläser nicht richtig ausgespült. Das Hotel war ja, wie wir jetzt wussten, noch nicht lange offen. Wir ließen unsere Getränke auch einfach stehen. Und dann kam sie- eine goldgelbe Schönheit mit einer weißen Crememütze, unser Objekt der Begierde, eine knusprig gebratene, im warmen Teigmantel gebettete Unverschämtheit. Wir vernicheteten unser Essen in Rekordzeit und tranken dann doch noch unsere „Muff-Getränke“ aus. Denn Pitas machen auch durstig, das hatten wir nun gelernt.
Am frühen Nachmittag bereiteten wir uns auf unsere anstehende Expedition vor. Das hieß vor allem Sonnenschutz! Wir verließen über den Haupteingang das Hotel und gingen in Richtung Berg. Bevor wir uns auf den beschwerlichen Weg zur Kapelle begaben, mussten Yvonne und ich ein paar Regeln aufstellen. Diese Regeln stellten wir eigentlich nur für Bianca auf. Nicht das sie jemand wäre die nach Motto lebt „No risk, no fun“, aber unsere Bianca ist beim Spazierengehen eher unbeschwert. Am besten lässt sich das so beschreiben: Sieht Bianca einen Schmetterling läuft sie ihm solange nach bis sie ein gutes Foto von ihm gemacht hat. Die Mühe lohnt sich meistens, da die Bilder die sie macht sehr schön werden. Aber es kann sein, dass sie sich dabei unbeabsichtigt in Gefahr bringt indem sie bspw. auf Privatgrundstücke geht, ohne das es ihr auffällt. Also wie gesagt, sie ist da völlig unbeschwert. Das führt natürlich unweigerlich zu witzigen kleinen Anekdoten. Unsere Regeln lauteten: -> Es wird nichts angefasst, was wir nicht kennen -> Wir streicheln keine Fremden Tiere -> Wir betreten keine Privatgrundstücke -> Wir klettern auf keine Felsvorsprünge & -> Wir gehen in keine Bunkeranlagen die wir nicht kennen
Bianca war mit den Regeln einverstanden, lachte mal wieder herzergreifend auf und wir begannen den Aufstieg. Der Planet brannte und der trockene Schotterboden wirft mit jedem Schritt kleine Staubwolken auf. Der Weg ging steil bergauf und wollte einfach nicht enden. Wir liefen und liefen und die kleine Kapelle wurde einfach nicht größer. Erste Mangelerscheinungen machten sich breit, meine Füße schmerzten, ich hatte kleine Steinchen im Schuh und die Suppe lief mir den Rücken runter. „Wie lange brauchen wir denn noch?“ fragte ich. Kai drehte sich um und sagte mir, dass wir erst 10 Minuten unterwegs seien und ich mit dem jammern aufhören solle (das sagte Bianca übrigens auch mehrfach, was zu Gelächter bei Yvonne führte). Ich fand das alles zwar ganz und garnicht lustig, aber gut. Wer den Schaden hat….. Alle paar Schritte blieben wir stehen weil Bianca und Kai ein neues supermegatolles Motiv zum fotografieren entdeckt hatten. Man muss dazu sagen, dass dem auch fast immer so war. Wir gingen durch verwilderte Olivenhaine und an freilaufenden Ziegen vorbei, die Sonne zog über uns hinweg und wir fingen an, den Moment zu schätzen und auch zu genießen. Wir setzten uns auf einen großen staubigen Findling und genossen die Aussicht auf’s Meer. Dieser Moment war perfekt und das wussten wir. Wir beschlossen diesen Moment für uns festzuhalten und machten ein Selfie. Yvonne ist bei solchen Wanderungen immer gut vorbereitet, sie holte eine Flasche Wasser raus, nahm einen großen Schluck und hielt die Flasche in die Runde. Zwei Minuten später kamen wir an die kleine, typisch griechische Kapelle. Von weitem sah sie winzig aus und als wir davor standen war sie auch nicht wesentlich größer, aber das machte nichts. Wie heißt es so schön; „Der Weg ist das Ziel.“. Dieser schlaue Satz passte heute ganz besonders gut. Wir hatten das Gefühl endlich in Griechenland angekommen zu sein. Wilde Olivenhaine an einem Berghang, kleine Alraunen die am Wegesrand vor sicht hin trockneten und diese kleine Kapelle, die über das ganze einen schützenden Blick warf. Wie schön es hier im Abendrot sein musste, wenn alles in sanften orange- und rottönen lag. Wir mussten hier unbedingt nochmal hoch wenn die Sonne unterging. Aber für diesen Moment waren wir hier fertig und entschieden uns die nächste Etappe in Angriff zu nehmen.
Wir standen nun am Fuß der Straße. Sie führte parallel zur Küste direkt in den Nachbarort Kardamena. Wir gingen an dem Wachmann in seinem kleinen Holzverschlag vorbei, der die Hotelanlage vor unbefugten betreten schützte und grüßten ihn freundlich. Strammen Schrittes ging es also los. Zu unserer rechten baute sich das Kos’sche Gebirge und diverse Blumenfelder auf, die ihren süßen Duft in die Landschaft trugen und auf der linken Seite lag das Mittelmeer in seiner vollen Schönheit. Für mich war das ein perfekter Tag. Yvonne hatte die Idee nebenbei zu cachen und wurde auch prompt fündig. Direkt in der Nähe sollte sich ein Cache verstecken, also fingen wir mit dem suchen an und wir brachen unweigerlich eine unserer selbst aufgestellten Regeln. Wir haben ein verlassenes Bargrundstück betreten. Man muss fairerweise dazu sagen, dass das beim cachen leider nicht immer zu vermeiden ist. Natürlich passten Yvonne und ich auf, dass sich dabei niemand in Gefahr bringt (Mit „niemand“ meinen wir natürlich Bianca.) Diesen doofen Cache fanden wir natürlich auch nicht. Na gut- also laufen wir weiter.
Nachdem wir ca. 20 Minuten gelaufen waren, sahen wir kleine Steinplateaus im Meer und wir dachten, da müssen wir drauf. Yvonne und ich dachten kurz über unsere aufgestellten Regeln nach und kamen zu dem Entschluss, dass Steinplateaus keine Felsvorsprünge sind. 😉 Zusätzlich sahen diese auch noch wunderschön aus und wir suchten nach geeigneten Fotomotiven für Bianca und Kai.
Und weiter geht’s. Wir haben noch eine ordentliche Strecke vor uns und wir wollten bevor es dunkel wird wieder im Hotel sein. Wir gingen also weiter und kamen an immer mehr verlassenen Hotelanlagen vorbei. Von einfachen B’n’B’s bis hin zu großen und vermutlich einmal sehr teuer gewesenen Anlagen. Es waren kleine Geisterstädte mit zum Teil eingeworfenen Fenstern und angegriffenen Mauerwerk. Jetzt spürte man die Krise, die die Griechen vor wenigen Jahren ereilte und die bis heute andauert. Wir bekamen so langsam wieder Durst, doch leider hatte Yvonne das Wasser im Hotel gelassen. Wir hatten ungefähr die Hälfte der Strecke hinter uns und es war weit und breit keine Kneipe in Sicht. (Zumindest keine die geöffnet hatte.) Also hieß es durchhalten. Wir gingen weiter und kamen an einem Blumenfeld vorbei. Wir gingen ein paar Schritte und als Yvonne plötzlich sagte:“Was machst du denn da?“ und find laut an zu lachen. (Yvonnes lachen ist übrigens genau so mitreißend und hochansteckend.) Wir mussten garnicht lange überlegen wer gemeint war. Wir drehten uns um und sahen eine Bianca bäuchlings im Staub liegen. Kai und mir war erst nicht klar, was sie da tat. Wir dachten erst, dass sie sich irgendwie verletzt hätte, aber dem war nicht so. Bianca hatte ein klitzekleines Blümchen entdeckt, deren Blüten wie ein blaues Herz aussahen. Wir stimmten in Yvonnes Gelächter mit ein und auch Bianca merkte nun, dass es wohl sehr ulkig ausgesehen haben muss, wie sich eine erwachsene Frau in den Dreck legt. Es war ein herrlicher Anblick! Ich sag ja, unsere Bianca ist halt sehr unbeschwert. Nach ungefähr 30 Minuten kamen wir in Kardamena an und suchten nach Wasser wie die Kamele in der Wüste. Wir fanden einen kleinen „Tante Emma- Laden“ nur eben auf griechisch. Ein „Tante Alkmene-Laden“ wenn man so will.
Auf der Suche nach Wasser…
Wir griffen in die Kühlbox und holten uns ein paar Dosen Sprite heraus, bezahlten diese und setzten uns auf den Bordstein. Es war eine Wohltat und die Tatsach eine so „lange“ Wanderung geschafft zu haben gab uns ein gutes Gefühl. Wir machten uns bald wieder auf den Rückweg, denn die Sonne bewegte sich langsam Richtung Bergspitze, das hieß: es wird bald dunkel. Wir brachen also auf. Der Rückweg ging wesentlich schneller, den wir hielten nicht mehr dauernd an um kleine Blümchen zu fotografieren. Auf dem Weg zurück fielen uns kleine schwarz-graue Fusseln mit langen Fäden auf, die in Scharen über den Weg gepustet wurden. Doch plötzlich viel uns auf, dass diese Fussel an kleinen toten Tieren halt machten und diese scheinbar genüsslich verspeisten. OH GOTT! Das waren Spinnen. Innerlich eskalierte ich, nach außen blieb ich natürlich cool. 8-D Ich versuchte ihnen einfach aus dem Weg zu gehen, nur leider wollten sie mir nicht aus dem Weg gehen. Es schien als stellten sie sich mir absichtlich in den Weg. Wie eine kleine Blockade mit vielen Beinen. Also begann ich über sie zu hüpfen, wenn sie einfach vor mir stehen stehen blieben.
Das war eines der kleineren Exemplare, an das ich mich schnell herangetraut hatte, bevor es mich fressen konnten.
Als wir wieder im Hotel ankamen, begrüßte uns der Sicherheitsmann und fragte, ob wir einen schönen Ausflug hatten. Wir bejahten dies und gingen in unsere Zimmer zurück. Wir waren fix und fertig. Als wir uns etwas frisch gemacht hatten, setzten wir uns alle auf unseren Balkon und begutachteten die Beute. Ich fragte Bianca was welche Bilder sie behalten wollte und wir kamen unweigerlich zu dem Thema „Bildbearbeitung“. Bianca ist der Meinung, dass man auch ein „schlechtes“ Bild retten kann. Ich fragte sie daraufhin wie das gehe. Zur Antwort bekam ich: „Zur Not geht immer schwarz-weiß, das rettet fast jedes Bild und macht es besonders.“. Ich musste lachen. Wir beendeten den Tag mit einem, wie immer sehr leckeren Abendessen und gingen danach noch an eine der vielen Bars und bestellten uns ein paar Drinks bis wir dann spät am abend todmüde in Bett gefallen sind.
Ihr wollt wissen wie es weiter geht? Tag 3 steht kurz vor der Fertigstellung!
Keinen Bitrag mehr verpassen! Melde Dich gleich für unseren E-Mail Newsletter an
Es kann losgehen! 19:30 Uhr: Kai und Ich saßen im Wohzimmer und aßen Spaghetti Bolognese (selbstverständlich von Kai selbstgemacht). Das ist unser kleines Ritual vor jedem Urlaub. Wir sind mit Bianca und Yvonne gegen 22:00 Uhr verabredet um dann gemeinsam noch etwas Zeit zu verbringen und die Dauer zum Abflug so weit es geht zu verkürzen. Doch irgendwie hatten wir das Gefühl, dass das nicht ganz hin haute. Punktlich um 20:30 Uhr pingte unsere WhatsApp Gruppe auf; Bianca hatte geschrieben:“Na, seid ihr schon aufgeregt?“. Keine zwei Minuten später klopfte es an unserer Tür und Bianca stand mit hochrotem Kopf und auf der Stelle trappelnd vor uns. Yvonne hob nur die Schulter und sagte: „Was soll man machen, sie hat es nicht mehr ausgehalten, also hab ich sie gescnhappt, in’s Auto gesetzt und wir sind hergefahren.“. Für Kai und mich war das natürlich kein Problem, denn die beiden haben wir gerne um uns. Die beiden gehören zu unserem engsten Freundeskreis und somit genau so zu uns wie unsere Geschwister. Sie kamen herein, setzten sich auf das Sofa, Kai kochte für uns alle einen Kaffe und Bianca bekam zusätzlich einen „Schnäpperken“ (einen Schnaps) zur Beruhigung. Von diesem Augenblick stieg die durchschnittliche Dezibelzahl von ca. 40db auf mindestens über 80db in unserrem Wohnzimmer. Wenn Bianca aufgeregt ist neigt sie zu unermüdlichen schnattern. Was keinesfalls negativ gemeint ist. Ich für meinen Teil finde es zeiweise sogar beruhigend, weil es mich von meiner Aufregung ablenkt.
kleine Planänderung
Wir fingen bei Kaffee und Schnaps (für Bianca) das schwärmen an. Was uns wohl erwaretete, wie das Hotel sein wird und ob die Bilder die der Reiseveranstalter zur Verfügung gestellt hatte auch tatsächlich der Wahrheit entsprachen. Die Zeit verging wie erwartet im Fluge. Ab und An checkten wir nochmal die Verkehrslage. Denn für gewöhnlich kommt man um einen Stau nach Hannover nicht drum herum. Aber, lt. unserer Quellen schien es keine Verzögerungen zu geben und wir würden für die Strecke die geplanten 50 Minuten schaffen. Noch ein letzter Schluck Kaffee, die Koffer sicher verstaut und wir brausten zum Flughafen. Es ist mittlerweile 03:00 und der Flughafen gleicht einer Geisterstadt. Dem sollte aber nicht lange so bleiben. Nach und nach kamen immer mehr Menschen, die das Land verlassen wollten. Wir suchten uns ein nettes Plätzchen an dem wir offiziell den Urlaub einläuten konnten. Wir stellten unsere Koffer ab, der Check-In Schalter war noch nicht besetzt und wir öffneten eine Flasche Sekt und gossen sie in unsere rosanen „Happy Brirthday“- Plastebecher und stießen auf uns an. (Ja, das ist vlt. etwas eingebildet, aber das ist nicht schlimm.) Wir spazierten noch etwas durch den Flughafen und stellten uns dann zum Check-In an. Alles verlief reibungslos und schuwppdiwupp saßen auch schon im Flieger hoben ab und waren bereits weit, weit weg. Nach ungefähr 3h Flugzeit war unter uns schon das Mittelmeer zusehen und unser Ziel rückte mit großen Schritten immer näher auf uns zu. Der Landeanflug auf die Insel war etwas, na sagen wir mal turbulent. Es war ziemlich windig und der Vogel stolperte mehr oder weniger auf die Landebahn. Nachdem Bianca für jeden von uns eine Bitte an das Universum geschickt hatte, war auch alles bereits erledigt und wir standen am Gate. Wir freuten uns auf mindestens 30°C und wunderschönen Sonnenschein.
Wir schnappte also unser Handgepäck und gingen aufs Rollfeld. Schlagartig dachten wir „Oh nein, wir haben garkeinen Schal dabei!“. Es war ziemlich stürimisch und der Wind blies uns (im wahrsten Sinne) eiskalt um die Ohren. Ziemlich überrascht und vor allem frierend gingen wir zu unserem Gepäckband und hielten nach unseren Koffern Ausschau. Wir gingen durch die Passkontrollen und geradewegs zu unserem Bus der uns in unser Hotel bringen soll. Die Fahrt zum Hotel betrug ca. 25 Minuten und wir kamen in die Eingangshalle der Rezeption. Überall zog es und fingen zunehmend an zu frieren. Ich dachte mir nur: „Na hoffentlich hält die Insel in den nächsten Tagen besseres Wetter für uns bereit.“.
Eingang zur Hotel Lobby mit Blick auf einen Olivenbaum
Die überaus freundlichen Angestellten brachten uns einen Willkommensdrink (alkoholfrei) und baten uns, um die Zeit bis zur Zimmervergabe zu überbrücken doch schonmal frühstücken zu gehen. Gesagt-getan! Unsere Mägen grummelten bereits und wir betraten das Hauptrestaurant. Wir wurden an der Eingangstür von einer sehr adretten jungen Dame in Empfang genommen, wie usn fragte ob wir drinnen oder draußen frühtsücken möchten. In Anbetracht der derzeitigen Wetterlage entschieden wir uns für die Variante drinnen zu frühstücken. Jemand zeigte uns unseren Tisch, jawohl, man wird hier zu seinem Tisch gebracht und bekamen prompt 4 frisch gepresste Orangensäfte zum Einstieg. Wir luden uns die Teller mit den leckersten Sachen voll, hier blieb wirklich kein Wunsch offen.
Als wir fertig gefrühstückt hatten gingen wir erneut zur Rezeption um nach unserem Zimmer zu fragen. Die höfliche Dame am Empfang griff zum Telefon und rief jemanden der uns mit einem Golfcaddy zu unserem Zimmer brachte. Wir fuhren ca. 3 Minuten mit dem Elektromobil und schon waren wir da. Wir gaben dem Herrn eine kleine Aufmerksamkeit für seine Mühen, schließlich hatte er 4 große Koffer 2 ziemlich lange Metalltreppen hochgeschleppt, und das obwohl wir unsere Hilfe mehrfach angeboten hatten. Wir betraten unser Zimmer und standen in einer Oase. das Zimmer war wunderschön, in natürlichen Holzfarben gehalten und herrlich beleuchtet. Auf dem Sideboard stand ein oppulenter Obstkorb mit den süßesten Früchten, die der Planet zu bieten hatte. Ananas, Bananen, Äpfel, eine Mango und so weiter.
Das Bild entstand leider erst am Abend, wir hatten bei Ankunft leider nicht daran gedacht.
Wir zogen die Vorhänge beiseite und standen auf einem Balkon, der in einen Bogen eingelassen war und einen wahnsinns Blick über die gesamte Hotelanlage ermöglichte. Kai machte uns mit dem Wasserkocher erstmal einen Kaffee, ich cremte mich derweil mit Sonnenschutz ein, damit wir direkt nach dem Kaffee zum Strand gehen könnten. Bianca und Yvonne hatten ihr Zimmer direkt neben unserem. Auch sie machten sich in der Zeit „strandfertig“ und wir trafen uns spontan auf unseren Balkonen zum Kaffeeklatsch und fingen bereits an zu schwärmen.
Wir hatten unseren Kaffee ausgetrunken, schnappten unsere Badetücher und gingen glückseelig zu Strand. Der Wind hatte zwar immer noch nicht nachgelassen, aber die Sonne tat ihr bestes unsere frierende Haut warmzukitzeln. Auf den Weg zum Strand kamen wir an mehreren Restaurants vorbei, aus denen die herrlichsten Düfte um unsere Nasen wehten. Von Burger über Crêpes bis zu Pita wurde alles frisch und vor den Augen der Gäste zubereitet. Bianca und Kai schauten sich an und leckten sich fast gleichzeitig über die Lippen. Yvonne und ich mussten die beiden zur Vernunft bringen und ihnen nochmal unser akutelles Ziel näher bringen. Das war Gott sei Dank nicht schwer, denn Bianca ist eine Wasserratte und Kai wollte sich in die Sonne legen um etwas Augenpflege betreiben zu können. Wir suchten uns ein paar Liegen warfen unsere Handtücher darauf und rannten wie die kleinen Kinder zum Wasser und sprangen direkt in das azurblaue Wasser. Rückblickend wissen wir nun, dass das Wasser in Griechenland Ende April noch keine 20°C hatte, sondern eher 14°C. Wir gackerten wie die kleinen Kinder und lachten über unsere eigene Naivität. Aber gut, man ist ja lernfähig.
Wir kamen aus dem Wasser und nun war es auch schon garnicht mehr so kalt. Ich will damit nicht sagen, dass es schlimm war, das es so kalt war, ganz im Gegenteil. So viel gelacht hatten wir wahrscheinlich schon mehrere Tage nicht mehr. (Man muss dazu sagen, dass wir grundsätzlich sehr gerne und viel lachen.) So verbrachten wir den Tag mit planschen, lachen, schlummern und Cocktails.
Am Abend gingen gingen wir bei seichtem Wind und angenehmen 25°C zum Abendessen. Bianca hatte ein Kleid an, Yvonne eine schicke kurze Hose-Blusen-Kombi und Kai und ich mit kurzer Hose und T-Shirt zum Essen. Wir wurden wieder zu einem Tisch geführt und wir entschlossen uns dazu draußen essen zu wollen. An diesem Tag passierte auch nicht mehr viel. Wir aßen auf, gingen nochmal kurz zum Abendprogramm und vielen gegen 20:30 tot in in’s Bett. Wir waren schließlich seit über 24h wach. Auch wenn wir am Strand ein kleines Nickerchen machen konnten, so schlauchte der Tag uns doch sehr. Es kam mir so vor, dass wir so wie wir eingeschlafen sind am nächsten morgen auch wieder wach wurden.
Dies war unser erster Griechenland Urlaub. Wir waren vom 22.04.2018-02.05.2018 dort und vom ersten Moment an überwältigt. Aber bevor wir von unseren Erlebnissen erzählen, kommen noch ein paar Fakten über die Insel Kos:
Die Insel Kos liegt in der östlichen Ägäis tief in der Bucht von Budrum (Türkei). Nach Rhodos und Karpathos ist sie die drittgrößte Insel der Dodekanes. Auf einer Fläche von 290.313 km² leben ca. 33.400 Einwohner. Einer ihrer berühmtesten Einwohner ist wohl Hippokrates, welcher auf Kos gelebt und gearbeitet hat. Auch heute sind noch viele Spuren des berühmtesten Arztes des Altertums zu sehen und zu spüren. So steht beispielsweise ein Ableger der Platane des Hippokrates immernoch in Kos Stadt. Diesen Baum soll der gelehrte selbst gepflanzt haben. Heute werden die Äste des Baumes aufgrund des hohen Eigengewichtes teilweise von einem Gerüst getragen, da diese zu brechen drohen.