In diesem Beitrag werde ich etwas mehr auf die Hotelanlage eingehen. Wie sieht es hier aus, was kann man hier alles machen und wie ist sie aufgebaut. Natürlich spielen auch unsere kleinen Geschichten des Tages eine Rolle.
Für heute haben wir beschlossen, das Hotel nicht zu verlassen. Als wir mit dem Frühstücken fertig waren, ging es als erstes zum Strand. Unsere Zimmer waren nahe des Hauptgebäudes. Um also zum Strand zu kommen, spazierten wir durch die komplette Hotelanlage. Wenn wir bummelten dauerte dies ca. 10 Minuten und mit bummeln meine ich alle 10 Meter stehen zu bleiben um ein Foto zu machen. Wenn man durchläuft braucht man nur ca. 5 Minuten und man steht mit den Füßen im Wasser. Auf dem Weg zu den Strandliegen kamen wir an einem künstlich angelegten Wasserfall vorbei, der die Poolanlagen mit Wasser versorgte. Das ganze funktioniert mit dem, ich nenne es mal „Überlaufprinzip“. Die Pools sind auf verschiedenen Höhenebenen und wenn der Wasserfall den oberen Pool aufgefüllt hat, läuft das überschüssige Wasser direkt in den nächsten und so weiter. Bis dann am Ende auch der letzte Pool (direkt am Strand) sein „Wasser von oben“ bekommt. Es ist so zu sagen ein Überdimensionales Wasserspiel.

Über eine kleine Holzbrücke ging es zur anderen Seite des „Flusses“, Wir gingen ein paar Steintreppen hinunter und kamen dann am ersten Pool vorbei. Dort befanden sich die 4 kleinen „Snackbars“ von denen wir bereits an Tag 2 berichtet hatten. Es waren 2 auf jeder Seite der Poolanlage direkt nebeneinander. Man hatte die Auswahl aus 4 Essensvarianten. Nummer eins war der Pita Corner, direkt gegenüber war eine Smoothiebar, rechts neben der Smoothiebar befand sich die Crêperie und ihr gegenüber konnte man sich frisches Sushi bestellen. In der Mitte war ein Pool in dessen Mitte sich eine Poolbar befand. Die erreichte man über jeweils eine kleine Holzbrücke an den Seiten. Wir haben beschlossen, dass wir das Mittagessen im großen Restaurant heute wieder ausfallen lassen würden um in diesen kleinen Imbissen einzukehren. In demokratischer Abstimmung fiel unsere heutige Wahl auf Burger. Aber dazu später mehr. Wir gingen weitere Treppen hinunter und kamen zur zweiten Ebene des Pools. Hier waren die Liegen für diejenigen aufgebaut denen das Meer zu kalt war, oder die aus unerfindlichen Gründen sonst nicht in’s Meer wollen.

An badenden Gästen vorbei gehen wir also an der untersten und letzten Poolebene vorbei. Dort befanden sich die 3 alla Carte Restaurants. Dort hat man die Wahl aus typisch griechischen, italienischen und mexikanischen Gerichten. Man muss allerdings im vorraus einen Tisch reservieren, aber ich kann euch sagen, es lohnt sich. Als wir dann am Strand angekommen waren, suchten wir uns 4 Liegen und wurden auch schnell fündig, wir liegen gerne immer etwas weiter hinten, dort sind nicht so viele Familien mit Kindern. Zumindest haben wir das spekuliert. Es dauerte keine 5 Minuten da kam auch schon ein Kellner und fragte uns was wir trinken möchten. Standesgemäß und pflichtbewusst wie wir nun einmal waren kamen 2 Mojito, ein Tequila Sunrise und eine Pina Colada. Wir entschlossen uns dazu gleich mal in’s Wasser zu springen. Ich nahm meine Schnorchelausrüstung mit um die Unterwasserwelt etwas näher zu erkunden. Bewaffnet mit Schnorchel, Brille und Flossen ging es Richtung Meer. Bianca und Kai haben sich für’s schwimmen entschieden und Yvonne und ich tauchten ab. Wir standen bis zum Bauchnabel bereits im immernoch sehr kaltem Wasser. Ich ging in die Knie und sprang mit einem Satz ins kühle nass. Tausend kleine Nadelstiche bohrten sich in mein Gesicht und in meine Kopfhaut. Ich schaute zurück zu Yvonne, da sie mir signalisierte, dass bei ihr alles gut war. Ich ignorierte meine thermische Akkupunktur und wir begannen die Gegend zu erkunden. Jede Bewegung die mich schneller werden ließ, ließ auch den schmerz stärker werden, als würde ich einen dicken Eisblock vor meiner Stirn durch’s Wasser schieben. Unter der Wassoberfläche zeigte sich eine riesen Felsformation mit bunt schillernden Fischen. Doch ich hatte im Moment leider nicht die Möglichkeit das genießen zu können. Ich zeigte Yvonne an, dass ich raus muss. Sie nickte mir zu und kam mir nach. Als wir zurück in Richtung Strand kamen, war es mir möglich zu stehen, doch mit Flossen ist das erstmal nicht so einfach. Es kam wie es kommen musste. Beim Ausziehen der Flossen verlor ich den Halt und schlug lang hin, jetzt war mein Gesicht wieder im eiskalten Wasser. Das gab mir den Rest und ich bekam Hirnfrost. Als sich dann alle über mich fertig amüsiert und ich ohne Flossen endlich halt gefunden hatte, rettete ich mich an den sicheren und von der Sonne erwärmten Strand. Als wir an unseren Liegen ankamen, saßen da schon Bianca und Kai mit den Cocktails in der Hand und grinsten mich blöd an. „Sah gut aus!“- kam es von Kai. Ich nahm dies wortlos hin, schnappte mir meine Colada und lag nippend in der Sonne. Während ich darauf wartete, dass ich meine Mimik wieder bekam, planten die anderen derweil unsere Ausflüge, die vlt. für uns in Frage kämen. Nach einem kurzen Gedankenaustausch entschlossen wir uns dazu, dass wir uns die Insel Nissyros und die Heilstätten des Hippokrates mit anschließnender Inselrundfahrt antun wollten. Das klang alles ganz vielversprechend in den Flyern und war preislich erschwinglich. Als das geklärt war, schnappte ich mir ein Buch und fing zu lesen an.
Es dauerte nicht lang da vernahm ich eine der Animateusen die lautstark über den Strand „AquaGym!“ flötete. Darauf hatte ich nun am wenigsten Lust, schließlich wollte ich mich ja noch von den Strapazen des schnorchelns erholen. Natürlich kam sie auch an unsere Strandliegen und fragte uns ob wir nicht mit machen wollten. Ich lehnte freundlich ab, da kam sie mir mit „Etwas AquaGym würde Dir aber auch mal ganz gut tun.“. Sie hatte mich eben nicht wirklich fett genannt, oder? Ich sagte ihr erneut, dass wir keine Lust hätten. Die anderen drei hatten das nicht mitbekommen, Bianca hatte ihre Kopfhörer im Ohr, Yvonne machte irgendein Zahlen Rätsel bei dem sie scheinbar unwillkürlich irgendwelche Zahlen mit irgendwelchen Farben ausmalen musste welche dann am Ende ein Bild ergaben und Kai pennte. Natürlich hatte Bianca genau in dem Moment die Kopfhörer abgelegt und fragte was los sei. Ich erzählte ihr was eben passiert ist, auch dass sie mich fett nannte. Bianca sagte nur: „Na wenn sie das sagt!“. Sie stand auf und stellte sich Auffordernd und mit verschränkten Armen vor mich.
Ich fand mich bis zur Brust im Wasser stehend und zu wumemmernde Party-Musik zappelnd zwischen alten Damen und Bianca und Yvonne wieder. Ich stand da und konnte nur mit dem Kopf schütteln und die freundliche Dame des Animationsteams grinste mich blöde an. Kai schaute sich das Spektakel vom Beckenrand aus an und hielt die Kamera drauf. Es folgte ein 30-Minuten-Drill mit peppiger Popmusik. Das Wasser spritzte mir kontinuierlich in’s Gesicht und ich hatte das Bedürfnis der Seniorin hinter mir die frische Dauerwelle unter Wasser zu drücken. Ständig hatte ich ihre Hand auf meinen Schultern oder sie schlug mir im Eifer des Gefechtes an den Kopf. Ich kochte innerlich. Jetzt hatte ich mir aber sowas von meinen Cocktail verdient!
Zur Mittagszeit gingen wir hoch zum Burgerimbiss. Das Thermometer stand mittlerweile bei um die 30°C bei strahlend blauem Himmel. Wir setzten uns auf die Korbstühle. Ich bestellte mir ein Wasser, weil die Sprite aus den Gläser immernoch irgendwie muffig schmeckte. bei Wasser war es allerdings in Ordnung. Als unsere Burger dann vor uns standen griffen wir beherzt zu und bissen hinein. Ich blickte in die Runde und sah, wie Biancas‘ Gesicht versteifte und ich musste grinsen. War das die kleine Strafe dafür, dass sie mich zu AquaGym überredet hatte? Sie fragte uns was das für ein Sche!ß sein sollte. Man muss dazu sagen, dass sie beim Burger essen etwas spezieller ist, als die anderen. Liegt nämlich die Gurke und das Salatblatt schief drauf, bekommt sie einen hochroten Kopf und hebt ab. Bei Diesem war das Problem, dass er ihr zu trocken ist, zu wenig Soße, zu viel Brötchen. Sie schnappte sich ihren Teller, stand wutentbrannt auf und suchte sich einen Kellner. „Oh je“- dachte ich, der arme kann sich gleich was anhören. Wir gingen in Deckung und Bianca selbstbewusst zu der Bedienung. Was mich an dieser Situation erstaunte war, dass sie ihm in ziemlich gutem Englisch sagte, dass sie unbedingt noch weitere Soße bräuchte sonst könne er den Burger gleich wieder haben. Sonst ist sie eher etwas ungeschickter in ihren englischen Formulierungen. Aber wichtig ist ja, dass man sie vertseht und der Kellner verstand und brachte ihr unverzüglich Ketchup an den Tisch und noch 2 andere Dips die im übrigen sehr lecker waren. (Leider kann ich mich nicht mehr erinnern um welche Dips es sich handelte.) Bianca beruhigte sich wieder und wir aßen in aller seelenruhe unser Mittagessen, ohne weitere Zwischenfälle auf. Auf dem Weg zum Strand nahmen wir uns noch ein Eis mit auf die Faust. Die Auswahl war beachtlich. Normale Sorten wir Schoko, Erdbeer oder Vanille suchte man hier vergeblich. Es gab Sorten wie Coconut-Cookie-Crumble oder Mousse au Chocolat (von einer berühmten Eisfirma mit dem Vogel). Also alles, in wahrstem Sinne des Wortes, erste Sahne!

Gut gesättigt und mit einer gewissen Bettschwere fielen wir auf unsere Liegen und machten ein Verdauungsschläfchen. Von weiter ferne vernahm ich Geräusche, die von Atemzug zu Atemzug immer lauter wurden. Es hörte sich an, als würde jemand hinter einem dicken Vorhang ein Gespräch führen und lachen. Es wurde lauter und lauter. Ich riss die Augen auf und bemerkte eine ziemlich dünne Französin mit Stohhut die von ihrer Liege aus mit ihrem Kind am Wasser sprach. Die Liege war 4 Plätze neben unserer und wir lagen, wie bereits erwähnt relativ weit hinten. Ich stafte sie mit einem meiner bösesten Blicke doch sie sah nicht zu mir, denn sie war noch immer damit beschäftigt ihrem Kind am Wasser etwas auf französisch zuzubrüllen und das Kind schrie einfach zurück. Nun wurde auch Bianca davon geweckt und innerlich freut ich mich schon auf das Donnerwetter das von unserer ausgebildeten Erzieherin zu erwarten ist. Doch nichts, sie sagte nur zu mir:“Muss denn sowas sein?“. Als ob ich was dafür konnte. Ich hob die Augenbrauen und sie merkte, was sie gesagt und wie sie es gesagt hatte. Bianca hatte bemerkt, dass auch ich innerlich schon kochte und der krach keineswegs von mir kam. Jetzt machte sie krach. Bianca fing schallend an zu lachen und weckte damit Kai und Yvonne, die nun überhaupt nicht wussten was los war. Kai guckte wie ein aufgescheutes Eichhörnchen und bei Yvonne war die Faserung des Handtuches auf dem Gesicht zu erkennen. Nun musste auch ich lachen und diese unsensible Mutter, die quer über den Strand gebrüllt hatte, schaute uns komisch an. Ich fragte, ob jemand auch noch was trinken wollte. Alle bejahten und ich holte uns vier Latte Macchiato. So verbrachten wir den Nachmittag mit lesen, schwimmen und Witze machen. Als es in Richtung abend ging, wurde es Zeit zu besprechen, was wir heute abend machen wollten. Wir entschlossen uns dazu normal zu Abend zu essen und uns dann mit Spielkarten in die Bar direkt im Hauptgebäude zu setzen. Wir entdeckten auf der Karte unser zukünftiges Lieblingsgetränk -Caipirosca. Morgen geht es also zu den Heilstätten des Hippokrates, das hieß früh aufstehen. Ich kotzte innerlich, freute mich aber auch schon auf den Geschichtsunterricht. Wir tranken aus, gingen leicht beschwippst in unsere Zimmer und schliefen ein.